Keine Lust, alles doof :-?

Wie gestern im Update erwähnt, geht es schon mal ein bisschen voran. Wenn ich mich denn mal so halbwegs motivieren kann. Und wenn nicht, na ja, muss ja nicht alles perfekt sein, was funktioniert.

Aber irgendwie nervt mich das doch, noch Pläne zu haben, aber keine Lust, sie umzusetzen.

Ich hab es an meinem Laptop jetzt so gemacht, dass unter /media ein Verzeichnis und darin die Mountpoints für den Server als versteckte Verzeichnisse liegen. Dazu im selben Ordner sichtbare Symlinks darauf.

In /etc/fstab sind die Mountpoints als noauto eingetragen, sodass ich sie bei Bedarf mounten kann.

Versteckt hab ich sie, um sie nicht als im Nautilus unter „Geräte“ stehen zu haben, weil

  • sie mich nerven,
  • sie manchmal nicht richtig funktionieren und nur Scheiße angezeigt wird oder Fehlermeldungen kommen und
  • ich nicht die ganzen fremden Benutzerverzeichnisse angezeigt kriegen will, auf die ich eh keinen Zugriff hab, was aber erscheint, wenn ich auf den Mountpoint-Eintrag klicke.

Also versteckte Verzeichnisse und Nautilus listet sie gar nicht mehr auf.

Stattdessen hab ich ein Lesezeichen gemacht, das mich direkt in mein Verzeichnis führt. Und in diesem Verzeichnis liegt ein Symlink zum gemeinsamen Verzeichnis.

Das Lesezeichen erscheint nur, wenn das Ding gemountet ist. Leider tut sich Nautilus damit schwer, das vernünftig zu aktualisieren. Aber gut, sehen wir mal, wie sehr mich das auf Dauer nervt…

In den Mountpoint-Verzeichnissen liegt jeweils ein Script, das ich nur noch anklicken muss, um den jeweiligen Share zu mounten. Aber erst mal dahin tigern, um da drauf zu klicken… Ja, ich weiß, ließe sich alles anders lösen, bla bla, aber ich will die Scripte genau da haben. Ansonsten ist ja der Terminal-Befehl sowieso nicht weit, von daher liegen sie da schon richtig, weil sie so niemanden stören. Das einzige, was da noch fehlt, wäre das entsprechende umount-Pendant, aber da weiß ich noch nicht, wo ich das parken könnte, um es genauso wenig stören zu lassen.

Nun möchte ich gerne ein Menü in der GNOME Shell haben, wo ich nur noch klicken muss, um das entsprechende Script auszuführen – oder halt einfach zu mounten oder zu umounten. Dafür brauch ich eine Extension.

Ich weiß nicht, ob es an meiner gähnenden Unlust liegt oder woran auch immer, jedenfalls will mir einfach nicht einleuchten, wie ich aus einer Extension heraus Befehle ausführe. Abgesehen davon, dass der Code sowieso grad mal so gar nicht an mich ran will. Ja, es wird sicherlich an meiner Einstellung liegen: „Ich kann das nicht! Ich will das nicht! Alles ist doof!“

Meine Güte, wenn man sich überlegt, dass mit Sicherheit mindestens 70 % der Linux-Nutzer keine Programmierer sind, viele auch weder Zeit noch Lust haben, andauernd an ihrem System rumzubasteln und einfach nur einen Rechner da stehen haben wollen, der funktioniert und den sie benutzen können…

Von den Nerds hört man nur: „Du musst dich informieren! Du musst Zeit investieren! Du musst wollen! Du musst denken! Du musst…..“

Sätze, die ich bis vor gar nicht allzu langer Zeit auch zu gerne von mir gegeben hab. Nur weil es für mich normal war. Nur weil ich die Auffassung vertreten hab, wer einen Rechner haben will, der sollte in seinem eigenen Interesse vielleicht wissen, was er da eigentlich hat. Diese Auffassung vertrete ich immer noch. Aber erst jetzt fällt mir auf, was das unter Linux eigentlich bedeutet. Das impliziert ein Leben, wie es bisher für mich normal war. Viel Zeit am Rechner, viel Beschäftigung mit allerhand Materie, viel, was dabei auf der Strecke bleibt. Ich für meinen Teil kann es mir nur erlauben, mich wenig um meinen Rechner zu kümmern, ohne dass dabei sinngemäß die Welt untergeht, weil ich vorher viel investiert hab, jetzt viel weiß und somit meine Probleme schneller, gezielter und individueller lösen kann.

Es ist einfach nicht wahr, dass Linux was für alle und jeden ist. Es ist tatsächlich was für Bastler oder für solche, die einen Bastler im Rücken haben. Auch wenn die Linux-Gemeinde das gerne ausblendet, für alle Anderen erfüllen Windows und Mac OS ihren Zweck. Da haben sie einen Konzern im Rücken, der ihnen alles schon passend macht.

Und um ehrlich zu sein, wäre ich berufstätig gewesen als ich mit Linux angefangen habe, wäre es eine Zeit lang ganz amüsant gewesen. Aber als dann die ersten Probleme anfingen oder die ersten Basteleien erforderlich waren, etc. hätte mir einfach die Zeit und der Kopf dafür gefehlt.

Ok, vielleicht hätte ich das eine oder andere mit fremder Hilfe (z.B. Forum) geschafft. Ja, mit fremder Hilfe. Und nur mit fremder Hilfe. Aber ich wäre bestimmt niemals auf den Stand gekommen, dass ich mir eigentlich immer selbst (und mit Google) helfen kann, so wie es heute der Fall ist.

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