Fünf Freunde – die Fernsehserien

Heute mal was gänzlich Untechnisches.

Mein Ableger fährt momentan total auf die Fünf Freunde ab. Hörspiele, Fernsehserien – wenn wir die Bücher hätten, müsste ich die wahrscheinlich auch noch vorlesen.

Im Allgemeinen ist man ja meist etwas nostalgisch verklärt, wenn es um Dinge geht, die man als Kind toll fand. Das wird bei mir in speziell diesem Fall nicht anders sein. Ungewöhnlich ist aber doch, dass mich in diesem Fall das bislang Fremde mehr überzeugt als das, mit dem ich aufgewachsen bin.

Es gibt zwei Fernsehserien über die Fünf Freunde. Eine ist aus den 70er Jahren, die andere aus den 90ern. Ich kannte bisher nur die zweite, weil die damals im KiKa lief. Ich hab sie geliebt.

Jetzt guckt sie mein Kind. Und außerdem habe ich hier jetzt auch noch die Serie aus den 70ern und sehe sie zum ersten Mal.

Und ich muss sagen, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Es ist schon an sich erschreckend, auf einmal festzustellen, wie primitiv, amateurhaft und in der Szenerie völlig abstrus und unrealistisch die 90er-Serie gemacht ist. Würde ich sie heute zum ersten Mal sehen, ich glaube, ich würde ganz schnell abschalten und nie wieder anmachen. Ich hab mir gedacht, so eine Einzelfolge dauert maximal 25 Minuten. Und es muss ja schon gewaltig abgespeckt werden, wenn drei ??? Bücher in 45-70 Minuten lange Hörspiele gequetscht werden. Also ist es nur logisch, dass 25 Minuten lange Fernseh-Folgen entsprechend noch magerer ausfallen.

Nun sehe ich aber die Folgen aus den 70ern und muss feststellen, dass das ein großer Trugschluss ist. Denn die sind doch um ein Vielfaches besser gemacht und der Plot ist weitaus nachvollziehbarer. Dagegen wirken die 90er-Folgen nun nur noch oberflächlich und lieblos.

Es gibt nur zwei Dinge, die ich der 90er-Serie gerade noch zu Gute halten kann. Zum einen nimmt man Onkel Quentin den „verrückten Professor“ besser ab. Allerdings ist er auch wiederum so stereotypisch dargestellt, dass es schon wieder ins primitive Bild der ganzen Serie passt. Das andere ist, dass die 90er-Serie in der Hinsicht authentischer, oder besser gesagt, originalgetreuer ist, dass sie ebenso wie ihre Buchvorlage in der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt, während die 70er-Serie die Fünf Freunde in die 70er Jahre portiert hat. Allerdings kann einen das auch kaum tangieren, wenn man es völlig normal findet, dass die drei ??? seit den 60er Jahren bis heute immer in der gerade aktuellen Zeit leben.

Insgesamt muss ich sagen, dass die 90er-Serie schon wirklich schlecht sein muss und die 70er dagegen ziemlich gut ist. Wie sonst kann es sein, dass mir Letztere trotz aller Verklärung so viel besser gefällt, dass ich es für nahezu vollkommen sinnfrei halte, die 90er überhaupt noch zu gucken?

P.S.: Wenigstens hat die 90er-Serie ein paar gute und spannende Episoden. Und meine Lieblingsfolge „Fünf Freunde im alten Turm“, deren Fernsehadaption ich noch gar nicht kannte und vor ein paar Tagen zum ersten Mal gesehen habe, haben sie eigentlich ganz gut umgesetzt. Das ist schon mal eine schöne Erkenntnis. 🙂

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